Kurz davor ist es passiert

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In "KURZ DAVOR IST ES PASSIERT" erzählen fünf Personen in ihrem alltäglichen Umfeld Geschichten, die sie nie erlebt haben. Sie geben die Berichte von Betroffenen des Frauenhandels wieder. Sie erzählen von Ausbeutung, Gewalt und Zwang. Sie erzählen von Wirklichkeiten, die geschehen sind und die an den Orten, die gezeigt werden, geschehen hätten sein können.
 
 
 
 
 
 
 
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Besessen von der Wirklichkeit

von Nora Sternfeld

Fünf Personen erzählen in ihrem alltäglichen Umfeld Geschichten, die sie nie erlebt haben. Sie geben die Berichte von Betroffenen des Frauenhandels wieder. Die Geschichten brechen in den Alltag ein. Sie erzählen von falschen Versprechungen, Verschuldung und Täuschung, Zwang, Gewalt und Ausbeutung, von Nötigung, Drohung und Sklaverei. Das sind die Mechanismen, die Frauenhandel definieren. Die Gesetzgebung schützt die Migrantinnen nicht. Ganz im Gegenteil, meist werden sie kriminalisiert.

Der Film bringt die Erzähllogiken von filmischer Fiktion, dem „was geschehen könnte“ und Dokumentation, dem „was geschehen ist“ in ständig neue Beziehungen zueinander: Stilisierte Bilder geben Einblicke in den Alltag eines Grenzbeamten, eines Bordellkellners, einer Nachbarin, einer Konsulin und eines Taxifahrers. Die Sequenzen sind zu konstruiert, um dokumentarisch zu sein, der Alltag wird zum Filmischen verfremdet. Die Menschen, Orte und Situationen sind aber real - es handelt sich nicht um SchauspielerInnen in einer Filmkulisse, sondern um Personen in ihrem alltäglichen Umfeld – die erzählten Geschichten stimmen allerdings nicht mit ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen überein. Die Oberfläche der Bilder wird von anderen Geschichten durchbrochen, die als Texte rezitiert werden.

Alle Orte, die der Film zeigt, kommen in den realen Geschichten der Frauen vor. Sie erzählen von Wirklichkeiten, die geschehen sind und die an den Orten, die gezeigt werden, geschehen hätten sein können. Indem das Dokumentarische, das Konstruierte, das Narrative sich ständig gegenseitig unterlaufen, entsteht der Effekt einer doppelten Verfremdung, die jegliche Identifikation mit den ProtagonistInnen verweigert. Damit arbeitet der Film die Momente der Verstrickung des Alltäglichen mit den Geschichten des Frauenhandels heraus.

In seiner paradoxen Gegenüberstellung und Infragestellung der scheinbaren Selbstverständlichkeit von Regel und Ausnahme bedient sich der Film auch der Stilmittel des Horrorfilms. Der Alltag wird zur idyllischen Normalität stilisiert, die von etwas unheimlichen unterbrochen wird. Eine Grenzstation, ein Friedhof, die Villa einer Konsulin, Taxifahrten durch Wien... Die Figuren sind wie „besessen“ von den anderen Geschichten. Doch das Grauen und das Unheimliche, das in den Alltag hereinbricht, ist nichts anderes als die Realität. Die Realität, die aus dem heimlichen ihrer ebenso gesellschaftlichen wie alltäglichen Unsichtbarkeit entrissen wird. Es ist die Realität der Geschichten von Frauen, die mit Frauenhandel konfrontiert sind, die sich damit abfinden, einen Weg suchen und sich wehren.
„Wir sind unter euch“, heisst ein Slogan der deutschen Gesellschaft für Legalisierung, die der Kriminalisierung von MigrantInnen eine selbstbewusste politische Position des Rechtes auf Legalisierung ntgegensetzt. Der Film von Anja Salomonowitz nimmt demgegenüber eine mehrheitsösterreichische Perspektive ein: „Sie sind unter uns!“ und verwickelt uns in die Unheimlichkeit der Realität, die immer schon passiert ist und die im Alltag gemeinhin keine Rolle spielt.

TEAM

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Drehbuch und Regie: Anja Salomonowitz
Konzeptionelle Beratung: Radostina Patulova, Nora Sternfeld
Fachberatung Texte: Verein Lefö

Kamera: Jo Molitoris
Kameraassistenz: Johannes Haidbüchel
Licht: Vladimir Bilic
Ton: Eric Spitzer
Regieassistenz: Thomas Reider, November Wanderin
Art Director: Yindra Soukup
Schnitt: Frederic Fichefet, Gregor Wille
Sound Design: Frederic Fichefet, Eric Spitzer
Musik: Florian Richling, David Salomonowitz
Produktionsleitung: Karin Berghammer
Aufnahmeleitung: Bernhard Klaffensteiner
Produktionsassistenz: Johanna Dworak, Dagmar Simone Jenewein, Amour Fou Team
Casting: Veronika Brandt, Eva Roth
Strassencasting: Tanja Witzmann, Andreas Ladengruber, Stefan Bohun
Locationssuche: Alfie Kral, Eva Würdinger
DarstellerInnencoach: Ildiko Cskidy
Digitale Nachbearbeitung: Kurt Hennrich

Darsteller: Rainer Halbauer, Otto Pikal, Leopold Sobotka, Anna Sparer, Mag. Gertrud Tauchhammer

FESTIVALS

Un Tour d'Europe du Doc, Paris, November 2008

Sguardi Altrove Film Festival, Mailand, September 2008

Festival Internacional de Cine Documental, Mexico, September 2008

International Film Festival Piestany 08, September 2008

Flying Broom - Ankara Women's Film Festival, Mai 2008

Exposed - European Filmfestival for Debuts, Mai 2008

Madrid Filmoteca, April 2008

Tiburon International Film Festival, März 2008

Chicago EU Film Festival, März 2008

Minneapolis Women with Vision, März 2008

Oslo Eurodok - Dokumentarfilmfestival, März 2008

Ambulante, Gira del Dokumentales Mexico, Februar bis April 2008

Film Forum on Human Trafficking Wien, Februar 2008

Zagreb Human Rights Film Festival, Februar 2008

Helsinki Docpoint - Dokumentarfilmfestival, Jänner 2008

Festival d'Angers, Jänner 2008

Warschau Int. Film Festival - Human Rights in Film, Dezember 2007

Berlin One World, November 2007

Copenhagen CPH:DOX, Int. Documentary Filmfestival, November 2007

Ljubljana International Filmfestival, November 2007

Leeds International Filmfestival, November 2007
Sheffield International Documentary Film Festival, November 2007

Duisburger Filmwoche, November 2007

Feminist Filmfestival, Paris, Oktober 2007

Leipzig Dokumentarfilmfestival, Oktober 2007

Jihlava International Documentary Filmfestival, Oktober 2007
Special Mention

Buenos Aires Documentary Filmfestival, Oktober 2007

Münster Internationales Filmfestival, Oktober 2007

FilmFest Osnabrück, Oktober 2007
Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück

Flanders International Film Festival, Ghent, Belgien, Oktober 2007

Vancouver Film Festival, Oktober 2007

Kopenhagen International Filmfestival, September 2007

Nancy Aye Aye Filmfestival, August 2007

Prizren Documentary Filmfestival, August 2007

Melbourne International Film Festival, Juli 2007

Motovun International Filmfestival, Juli 2007

Wroclaw 07 Cieszyn ERA NEW HORIZON, Polen, Juli 2007

Jerusalem International Film Festival, Israel, Juli 2007

FIDMarseille, International Documentary Film Festival of Marseille, Frankreich, Juli 2007

Festival Paris Cinema, Paris, Frankreich, Juli 2007
15th International Film Festival Artfilm Trencin/Trencianske Teplice, Slovak Republic, Juni 2007

Festival der Regionen, Oberösterreich, Juni 2007
Werkschau Anja Salomonowitz

Festival Internacional de Cinema Feminino, FEMINA 2007, Rio de Janeiro, Juni 2007

International Short Film Festival, Grimstad, Juni 2007

Deutschland Kinostart: Premiere an der Volksbühne in Berlin, 20.Mai 2007

Lund 2007 Human Film Festival, Mai 2007

Crossing Europe, Austrian Screenings, Linz, April 2007

IndieLisboa - Lisbon International Independent Film Festival, April 2007

Femme Totale Int. Frauenfilmfestival Dortmund|Köln, April 2007
Präsentation der Zeitschrift Filmdienst

Alba International Film Festival, Turin, April 2007
New Vision Best Director Award

Diagonale Festival des österreichischen Films, Graz, März 2007
Preis für die Beste Kamera

Festival Internacional de Cine de Mar del Plata, Buenos Aires, März 2007
Artistic Innovation Award

Cinema du Reél, Paris
Mention spéciale du jury des bibliothèques

Internationale Premiere
Berlinale, Sektion Forum des jungen Films, Berlin, Februar 2007
Caligari Filmpreis

Österreich Premiere
Viennale Vienna International Film Festival, Wien, Oktober 2006
Wiener Filmpreis
© Lukas Beck
 

LINK ZUM FILM

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